Jahresbericht 2003    
     
Internationaler Workshop
18. - 30.08.2003
Wasserturm des ehem.
Schlachthofs Wiesbaden








Nach 110 Jahren der Inbetriebnahme wurde der Wiesbadener Schlacht- und Viehhof 1991/92 geschlossen, weil seine Einrichtungen nicht den neuen EU-Hygienerichtlinien entsprachen. In den darauffolgenden Jahren wurde die Anlage Stück für Stück niedergelegt. Nur der denkmageschützte Turm und das Torso des Maschinenhauses harrt einer Nutzung in einem neuen Ensemble. Im laufenden Jahr wurde von der Stadt Wiesbaden ein Ideenwettbewerb veranstaltet, der die Wünsche und Träume einer interessierten Bevölkerung auf dieser Industriebrache bündeln sollte. Zur Vorbereitung eines realen Projekts wurde zwischen der Stadt Wiesbaden und dem IproD ein "Jahresprojekt Denkmalpflege 2003/04" vereinbart, das als Drittmittelprojekt über das Institut für Innovation, Transfer und Beratung Bingen GmbH (ITB) abgewickelt wird. Im August 2003 erfolgt durch Studierende der FH Mainz in zwei kompakten Wochen eine systematische konstruktiv - technische Bestandsvermessung. An diesem Seminar zur Bauaufnahme werden polnische Studierende aus Lodz die Seminarteilnehmer des Grundstudiums im analytischen Freihandzeichnen unterstützen. Erstmalig werden französische und italienische Studierende aus Versailles und Rom im Rahmen des Hochschulaustauschs als Tutoren mitwirken und selbst Arbeitgruppen anleiten. Die Ergebnisse sollen zum "Tag des Offenen Denkmals" am 14. September 2003 in einer Ausstellung vor Ort erstmalig präsentiert werden. Projektpartner sind neben dem Liegenschaftsamt Wiesbaden das Schloss Freudenberg in WI-Dotzheim und die Jugendstrafanstalt Wiesbaden.

 

 

Route der Industriekultur
Rhein - Main 2003



Eine Region entdeckt ihr postindustrielles Erbe: Entlang der Ufer von Main und Rhein erstreckt sich über annähernd 60km eine historisch gewachsene Industrielandschaft, die dem Ballungsraum seinen unverwechselbaren Charakter verleiht. Die ursprünglichen Standortkriterien für diese Ansiedlung von Betrieben und Häfen haben sich vielerorts technisch überlebt, so dass Industriebrachen entlang dieser Strecke von Mainz-Wiesbaden über Rüsselsheim, Frankfurt, Offenbach bis Aschaffenburg einer Revitalisierung als Träger einer neuen regionalen Stadtkultur entgegensehen. An diesem länderübergreifende Konzept ist das IProD neben dem Wasserturmprojekt in Wiesba-den auch mit seinem eigenen Standort, dem Mainzer Zoll- und Binnenhafen vertreten. Veranstaltungen am 24. August sollen interessierten Besuchern zu Lande und zu Wasser dieses Potential erschließen und in Führungen einen Einblick in diese weitgehend unbekannten Areale ermöglichen.

 
EUROPA NOSTRA AWARD
European Prize for Cultural Heritage

Bei der Straßburger Ratsitzung von Europa Nostra im Juli 2003 wurde Prof. Emil Hädler als Mitglied der "Heritage Awards Jury" für den Zeitraum von 2003 bis 2006 zum Gutachter bestellt. Aufgabe dieser Jury ist die Erstellung von Dossiers und die Bewertung der zum "European Union Prize for Cultural Heritage" eingereichten Projekte in Den Haag sowie die Ausrichtung der jährlichen Preisverleihung.
 

Dritte Bauforschungskampagne
am Mainzer Dom

Mit dem Gerüstaufbau an der östlichen Chorapsis im August 2003 beginnt die dritte Kampagne der bauhistorischen Kartierung am Mainzer Dom unter Beteiligung von Studierenden der Universität und der Fachhochschule Mainz. Die Leitung des Projekts geht damit auf Prof. Dethard v. Winterfeld über. Als Zwischenergebnis der Bauforschung an der Ostpartie des Doms ist für 2004 eine Ausstellung und eine gemeinsame wissenschaftliche Publikation der Ergebnisse durch Universität, Fachhochschule und Bistum Mainz geplant.
 
Interessenten melden sich bitte bei Prof. Hädler unter headler@fh-mainz.de
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